Inez auf Reisen

// Schranktür auf, Rucksack raus, Klamotten & Tagebuch rein, Rucksack zu und LOSSSSS geht’s!

Wie ich in meinem letzten Blogeintrag geschrieben habe, ging es erst einmal Campen! Juhaa :D ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst davor. Ich wusste nicht, was mich erwarten wird und ich kannte auch keinen der Jugendlichen, mit denen wir gehen würden.
Alles was ich wusste war, dass es ein Treffen mit anderen 400 Jugendlichen verschiedener Kirchengemeinden sein wird & wir im Fluss baden werden.

Inez hat sich mal wieder umsonst Sorgen gemacht. Es war eine tolle Woche. Ich habe sooo viele neue Leute kennengelernt und ich bin so glücklich, dass ich die Chorrillo Jugend richtig kennengelernt habe. Die sind sooo herzlich und lieb! Wenn man sich nicht in sie verliebt, weiß ich auch nicht.

Sie bringen mir sogar die „Ghetto Sprache“ bei. :D pahh wenn ich wieder Heim komme, rede ich Spanisch und keiner versteht mich;))

Zum Beispiel:
>>Oye! Que lo que te pasa loco? Deja mi pollo en paz!<<

Die wörtliche Übersetzung:
>>Na hör mal du Verrückter, was ist los mit dir? Lass mein Hühnchen in Ruhe!<<

„Ghetto“ meaning:
>>Alter du Spinner was isch looooos mit dir? Lass die Finger von meinem Freund, klar?!!!! (fester freund)<<

Es war so lustig mit ihnen- nein, es war mit allen lustig.  Sogar das im Fluss baden. Also mit baden ist waschen gemeint … von einer Dusche war nämlich weit und breit keine Spur :O. So standen Nachmittags alle in dem Fluss und haben sich die Haare einschampuniert :D Danach war man noch dreckiger als davor…und wirklich umweltschonend war es auch nicht, aber es war total lustig :) Ach ja und jeden Morgen war um halb 6 Aufstehen und im Fluss baden/ waschen angesagt. Ich habe es genau 1 Tag mitgemacht und die restlichen 5 habe ich mich nochmal umgedreht und geschlafen:)

Verena und ich waren auf dem Camp der absolute Renner. Immer wenn die verschiedenen Regionen Panamas aufgezählt wurden, wurden am Ende auch immer noch die „Alemanas“ erwähnt. Ha wir hatten eine eigene Gruppe. Eigentlich ganz cool…aber als am letzten Tag des Camps aus jeder Gruppe 2 Leute auf die Bühne gebeten wurden, um etwas über die Woche zu sagen, fanden wir es überhaupt nicht mehr cool. Ich hab ja schon Probleme ein Schulreferat vor 30 Klassenkameraden zu halten. Wie soll ich dann bitte s p o n t a n, vor 4 0 0 Jugendlichen auf s p a n i s c h   ins   M i k r o f o n reden? Ich bin fast gestorben…und ich weiß auch nicht mehr was ich gesagt habe. Aber wir haben einen mega Applaus bekommen. Ob der jetzt aus Mitleid oder für unsere 1A Leistung stand, weiß ich nicht. Aber wir leben noch.

Sodelle -jetzt geht’s weiter

Bustüre auf   –   alle Chorrillo Leute rein   –   Bustüre zu- und ab zurück nach Hause   —
Bustüre auf  -  alle raus —
Rucksack auf  – alles waschen + mich selber gründlich waschen  -  alles wieder in Rucksack rein  -  Rucksack zu —

und ab geht’s nach Costa Rica!!!

Vor Costa Rica haben wir allerdings erst noch einen kleinen Abstecher in Boquete gemacht. Boquete ist einer der schönsten (& kältesten) Orte Panamas.
Was verstehen Panamaer unter „Kalt“? ->15°C.
Aber wisst ihr was? Es war wirklich sau kalt…jaaa ihr verdreht jetzt die Augen, ich weiß, dass es bei euch in Deutschland sehr lange Minusgrade hatte. Aber wenn man nur mit einem leichten Strickjäckchen und einer nicht Windfesten Regenjacke nach Panama reist, können 15°C auch kalt sein. (Hundeaugenblick)
Boguete ist eine Vulkangebiet und unheimlich schön.Überall blühen Blumen & es wimmelt nur so von Kaffeeplantagen.

Da schnupper ich an Kaffeebohnen:)

Auf den Vulkan sind wir allerdings nicht hoch, aber wir haben was viel Cooleres gemacht und zwar eine Canopy Tour. Das war der absolute Hammer!! Es hat zwar genieselt und es war k a l t , aber durch das Adrenalin hat man das vergessen :D

Danach ging es weiter nach San Jose!!!!
Da muss ich jetzt kurz knallhart sein & sagen, dass diese Stadt total hässlich ist! Wirklich:) aber wir waren ja auch nicht da, um die Stadt anzuschauen sondern um eine Freundin von mir zu treffen:) Es war toll jemand Bekanntes aus Deutschland zu sehen und auch schon ganz bald, kommt sie mich in Panama besuchen…
Wobei wir Stadt natürlich schon auch angeschaut haben- wenn wir schonmal da waren:)
[[ Man beachte das gelbe Angebotsschild im Hintergrund:))
Wenn man in Costa Rica einkauft & bezahlt, fühlt man sich wie bei Monopoly:))
ERSTENS ist es sau teuer & ZWEITENS hat die Währung so viele Nullen:)) ich war nur mit umrechnen beschäftigt. Da kauft man nähmlich eben mal ne Packung Milch für 600 Colon oder zahlt für eine Busfahrt zu unserem nächsten Reiseziehl 3.500 Colon. Wär ja zu schön gewesen, wenn es mal gehießen hätte "gehen sie über LOS und ziehen sie 4000 ein" (wobei das wären ja dann ca nur 8 $-.-) ]]

Unsere nächstes Reiseziel war Manuel Antonio, einen Nationalpark.-> endlich wieder schönes heißes Wetter:) Die Fahrt dorthin war allerdings schrecklich…in Panama ist es nämlich so, dass ALLE Busse mit Klimaanlagen ausgestattet sind & man deshalb am Besten mit einem Schneeanzug reisen sollte. In Costa Rica ist das allerdings nicht der Fall. Inez & Verena wussten das allerdings nicht. Ja tolle Wurst…es war so verdammt heiß, aber ich konnte ja schlecht meine Hose ausziehen:/
Der tolle Strand & der Nationalpark haben aber alles wieder gut gemacht:) Eigentlich bin ich  ja kein Nationalpark -Fan. Da läuft man eben durch grünes Gestrüpp. Wenn aber über deinem Kopf Affen rum hopsen, ist das schon nicht schlecht:) Selbst am Strand hat uns eine komplette Affenfamilie besucht. Man musste allerdings auf seine Tasche aufpassen…die süß wirkenden Affen kennen da nix und nehmen sich einfach was sie wollen…

Für unsere weitere Reise war eigentlich „Puerto Viejo“ geplant. Ein Karibikstrand. Doch uns wurde von anderen Backpackern geraten, dass wir die Atlantikseite zu dieser Jahreszeit meiden sollten, da es dort nur regnet. Außer wir würden drauf stehen, dann sollten wir DA hin.
Mir war aber so gar nicht nach nass & kalt. Also sind wir spontan an einen anderen Strand am Pazifik namens Santa Theresa gegangen, der bestimmt genau so, wenn nicht sogar schöner war. Zwar mit unglaublich hohen Wellen, aber die waren cool :D

JA, wir hatten unseren Spaß:)

Und schwuuuups waren 2 Wochen rum und wir mussten mit unserem Rucksack auf dem Rücken wieder die Heimreise antreten… Ich wollte nicht:
1) weil ich wusste, dass 26 Stunden Busfahrt vor uns liegen werden
2) weil wir eigentlich gar nicht wussten, ob überhaupt Busse fahren bzw. ob die Grenze offen ist, da in Panama Demonstrationen & Proteste waren und deshalb die Grenze nach Costa Roca geschlossen wurde- nein tut mir leid, ich weiß leider nicht aus welchen Grund demonstrationen:)
3) weil ich dann meinen kompletten Rucksackinhalt schon wieder waschen durfte. Da drin sah es nämlich aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat. Mannomann ich steh nicht so drauf, mit Rucksack zu reisen. Wie machen das die Backpacker, die 6 Monate oder 1 Jahr weg sind? Ich schaff es ja nicht einmal 2 Wochen & krieg schon die Krise…Ohh Gott, ich hab Probleme …
Jedenfalls ging es dann wieder ab nach Hause & wir hatten Glück -oder auch nicht Die Grenze war nämlich offen…und nachdem wir morgens um vier, zwei Stunden vor dem Schalter warten durften, bis wir den Einreisestempel gekriegt hatten & ich dem Lieben hinter-dem-schalter-sitze-mann erklärt habe, warum ich 2 Pässe habe (einen Deutschen und einen Spanischen. Im Deutschen ist mein Jahresvisum und im Spanischen mein Einreisestempel nach Panama, hab ich jaa suuuper gemacht, gell :D ) ging es dann auch zurück nach el Chorrillo.

Dort wurden wir dann erstmal von einem neuen Heimmädchen begrüß:) Die kleine 6 Jährige Alba ist mindestens genauso aufgeweckt wie die anderen 4 kleinen & genau soo süß…ich freue mich auch die chaotische Zeit mit ihr und kann es kaum erwarten, bis die anderen Mädchen wieder da sind:) mir fehlt das Chaos <3

Es ist schön, wieder „daheim“ zu sein. (Abgesehen vom Wäsche waschen)

// aber die Ferien sind trotz allem noch nicht zu Ende…

… ihr werdet allerdings erst bei meinem nächsten Eintrag erfahren, welcher Trip die nächsten Tage noch vor mir steht:)

Also dann…ich geh mal packen :D

// was mich glücklich macht

… //dass die Regenzeit endlich vorbei ist // von den Omis und Opis im Altersheim wieder erkannt und mit einem Winken begrüßt zu werden // am Meer entlang, auf die Stadt zu zulaufen // Schnäppchen zu machen;) // einen spanisch grammatikalisch richtigen Satz über die Lippen zu bringen // oder auch einfach nur einen für mich perfekten spanischen Dialog zu führen // wenn ich mit Verena Karten spiele und auch (mal) gewinne  // kleine Geschenkchen von daheim zu erhalten // das Gefühl, nach einen Skype-Date;) // im Posteingang ein neues Briefchen zu sehen // Spätzle mit der neuen Spätzlespresse zu machen// auf den Straßen in el Chorrillo erkannt und begrüßt zu werden // von den Taxifahrern für meine Arbeit hier bewundert zu werden // eine heiße Dusche // einen Browniemilchshake zu trinken :D // ein Tag ohne Sonnenbrand oder noch besser ein Tag ohne neue Mückenstiche // …

Aber wollt ihr vielleicht das Rezept wissen, das mich vor Kurzem am glücklichsten gemacht hat?

Man nehme:
- Papa & Bine
- setze sie in ein Flugzeug
- lässt sie über Bogota bis zu mir bis nach Panama fliegen
- & ganze 3 Wochen bei mir sein.

3 Wochen – das sind fast 4 und somit ein Monat.
& ein Monat ist 1/12 meines Freiwilligendienstes…das scheint ja total lang zu sein. Doch 3 Wochen sind eben „nur“ 21 Tage. Umgerechnet sind das – 504 Stunden –30240 Minuten.
Ich habe die Tage gezählt bis ihr Flieger endlich in Panama gelandet ist & ich habe jede Minute genossen, die ich mit ihnen verbracht habe.

In 30240 Minuten kann man auch eine ganze Menge erleben.
Ich konnte ihnen mein Leben hier zeigen- unsere Zimmer mit damals noch staubigen Schranktüren, die Einrichtung, ein paar Kinder, die Padres & ganz klar: die Stadt :)
Für mich alltägliche Dinge, waren für sie ganz neu. Zum Beispiel die ohrenbetäubende Musik in den Bussen oder in den Straßen von el Chorrillo.
[Das macht mir ohne Witz nichts mehr aus, ich nehme es auch gar nicht mehr war. Wenn aber der Duschkopf tropft oder das neu angebrachte kastenförmige Gerät auf dem Dach brummt, krieg ich schier die Krise:D]
Ich habe sie durch alle Gassen und Straßen der Stadt geführt.
Vom Bankenzentrum über die wunderschöne Altstadt, bis hin zur amerikanisch geprägten Mall oder einer Einkaufsstraße (Panameños nennen sie auch „die Mall der Armen“). Tja und dann wäre da noch  „el Chorrillo“ mein aktuelles Zuhause….
Panama Stadt ist einfach unglaublich. Ich glaube, dass ich das schon einmal in einem anderen Blogeintrag geschrieben habe, aber ich muss es einfach noch einmal erwähnen:)

Doch wofür ist Panama (Stadt) am Meisten bekannt? Jaaa genau, der Panamakanal! Ein Ausflug zu einer der Schleusen durfte da natürlich nicht fehlen.  Aber noch viel cooler war es, die Hälfte des Kanals mit einem Schiffchen zu durchqueren. Es ist einfach faszinierend durch 2 der insgesamt 3 Schleusen durchgeschleust zu werden, aber noch viel faszinierender ist es, an einem riesigen Containerschiff mit dem Namen “Dresden Express” vorbei zu fahren . Wir können jetzt sagten, dass wir schon einmal auf dem Panamakanal rumgeschippert sind. Uiiii.
Das war ein richtig richtig toller Ausflug!

Aber in den 30240 Minuten haben wir auch noch ganz viel andere tolle Ausflüge gemacht & viele andere Teile / Orte Panamas gesehen und erlebt.
So habe ich einmal, während dem Duschen Glühwürmchen beobachten können, da unser Häuschen keine Wände hatte. Oder wir sind mit Taschenlampen & Gummistiefeln ausgerüstet durch eine Stockdunkle Höhle gewandert // geschwommen. An der Decke hingen 1000000000000 Fledermäuse und ich durfte kein Mucks von mir geben, sonst währen ALLE los geflattert -> Klappe halten:)

Eine typische & waschechte Kuna Frau

Eine typische & waschechte Kuna Frau

Wir waren auch auf einer kleinen Insel in San Blas. San Blas befindet sich an der Karibikküste und bildet die Heimat der Kunas.
Dieses Küstengebiet ist für seine Traum Karibikstrände sehr bekannt und hat insgesamt 365 kleine Inselchen, welche nicht weit vom Festland entfernt sind. Und auf einem der kleinen Inseln waren wir:)
…das war richtig, richtig schön. Ich werde jetzt aber keine Bilder reinstellen, weil laut meinem Papa kann man das eh alles auf Google anschauen…also wozu noch Bilder machen?  Späßle;)

Zu der Insel gehören logischerweise auch viele Nachbarinseln. Und um zu den Inseln zu kommen, benötigt man ein Boot. So: wenn jetzt allerdings eine dieser Inseln meint, dass sie weit draußen auf dem offenen Meer sein muss…und wenn dann auch noch Papa, Bine & Inez meinen, dass sie DA hinmüssen, dann wird es der Inez wegen dem Wellengang ein bisschen schlecht! Ja ich finde das wichtig zu erwähnen…:D ! Aber eine Hängematte und ein Mittagschläfchen sind dagegen die beste Medizin:) Und es hat sich am Ende echt gelohnt. Die Insel war total einsam und verlassen. Überall lagen diese rießen Schneckenmuscheln und Kokosnüsse herum und beim Schnorcheln konnte man so viele verschiedene Fischchen und Pflanzen sehen. Ein Rochen hat allerdings gemeint, dass er mich zu Tode erschrecken muss, indem er fast mit mir gekuschelt hat. Da konnte ich dann trotz Schnorchel im Mund leider nicht die Klappe halten :D ja ich bin ein Angsthase aber trotzdem liebe ich es zu Schnorcheln:) Und wisst ihr was? Ich bin langsam eine echte Panameña. Ich hab nämlich eine Kokosnuss mit nur ein paar Schlägen auf einen Stein aufgekriegt. Da war ich schon ein bisschen stolz auf mich:) nachdem das bei meinem letzten Versuch in „Bocas del Toro“ nicht so geklappt hat (da habe ich versucht die Kokosnus mit Hilfe einer Muscheln und einem mini Stein zu öffnen…tzzztzzz wie lächerlich :D )

Tja, aber jeder Urlaub & jeder Besuch hat leider mal ein Ende. Es war toll ein bisschen Familie über Weihnachten bei sich zu haben und Zeit mit ihnen zu verbringen. Wie viel Minuten waren es doch gleich? ;)
–und jetzt sind sie wieder weg. Jetzt wo es in Panama Stadt ununterbrochen strahlend blauen Himmel hat;)
Es ist mir schwer gefallen sie wieder gehen zu lassen…denn die Zeit mit ihnen war unbeschreiblich toll!

Aber was ist der Schmerz des Abschieds verglichen mit der Freude des Wiedersehens?

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Jetzt ist es wieder ruhig und dadurch dass hier in Panama gerade Hochsommer und somit Sommerferien sind, sind auch alle Kinder aus dem Heim bei ihren Familien zu Hause oder auf Freizeiten gefahren.

Was ziehen wir daraus? -> Inez & Verena haben sturmfrei:)

Eigentlich wollten wir diese Woche nach Costa Rica reisen…aber wir haben vor ein einigen Tagen erfahren, dass wir mit ein Paar Jugendlichen aus el Chorrillo auf ein großes Camp gehen. Okayyy  und so gehen wir nun wir halt mal campen :)
Bin gespannt wie es wird:)

Aber unsere Costa Rica Reise treten wir trotzdem noch an…nur eben etwas später:)

ich freue mich darauf


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ich hab noch nen kleinen Schmunzler:)
Man beachte uns 3 kleine Scheißerle und dannach dann die 2 Riesen vor uns!!
:D


Advent advent ein Lichtlein brennt…

…erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier –dann steht das Christkind vor der Tür.
Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt.

Ein schönes Gedicht als Einstieg, zur schönen Vorweihnachtszeit :)
Naja schöne Vorweihnachtszeit? Das ist kaum möglich ohne Schnee, Weihnachtsmärkte und Puntsch.
Wobei, zählen künstlicher Schnee und bunt blinkende Lichterketten, die in jeder Mall und an jedem 4ten Haus hängen?
Zählt die Weihnachtsmusik, die in den Einkaufszentren in unüberhörbarer Lautstärke die 1.000.0000.000 Leute übertönt, welche alle in mega Hektik Weihnachtsgeschenke und jeglichen Kitsch kaufen müssen?
Zählt das vom Schulorchester deutsch gesungene Weihnachtslied „Ihr Kinderlein kommet“?
Oder die überdimensional großen Weihnachtsfiguren die am Straßenrand der Hauptstraße aufgestellt wurden?
All das ist vielleicht weihnachtlich, aber so richtig in Weihnachtsstimmung bin ich trotzdem nicht. Kurze Hosen, rote Bäckchen und Flip Flops machen es mir auch nicht gerade leicht. Sie zeigen mir dieses Jahr mal ein etwas anderes Weihnachten. Ein Weihnachten im Kitsch und bei 30°C.

Doch auch beim 30°C will und kann ich nicht auf  Adventskranz und Adventskalender verzichten.
Der Adventskalender unterscheidet sich hier nur ganz minimal von unserem. Hier haben nämlich die Kerzen 4 verschiedene Farben. Als ich das das erste Mal gesehen habe, fand ich es so furchtbar & kitschig, vor allem wenn es sich um die Farben rot, lila, rosa und weiß handelt. (Tut mir jetzt echt leid, falls das jemand von euch bei sich zu Hause macht, nicht persönlich nehmen:)) Zum Glück hab ich meine Gedanken nicht laut ausgesprochen, also hier in Panamá. Ich korrigiere…zum Glück hab ich meine Gedanken nicht auf Spanisch laut ausgesprochen:)
Die Kerzen haben nämlich eine religiöse Bedeutung.
Am ersten Advent wird die Lilane angezündet,
am zweiten Advent die rote, danach die rosane und zum vierten Advent die weiße.
Von dunkel —- nach hell
und das Helle steht sozusagen für die Geburt Jesu.
Kitschig finde ich es trotzdem …und deswegen sind wir bei 4 gleich farbigen Kerzen geblieben. Bewundert ihn und staunt, ist er nicht hübsch geworden?

Das ist unser 24 Stunden Adventskranz. Und er macht seinem Namen alle Ehre. Wie es dazu kam? Mhh was soll man tun, wenn man am Morgen des 1. Advent feststellt, dass man kein Feuerzeug hat? Ganz einfach. Man schneidet eine gelbe Papierflamme aus und klebt sie an den Docht. Man muss keine Kerzen austauschen & muss keine Angst haben, dass man die ganze Einrichtung abfackelt.
Sodelle & jetzt wenden wir den Blick von unserem atemberaubenden Adventskranz ab und wandern zu unserem noch tolleren Adventskalender.
Tatataaaaaaa

Verena und ich haben uns gegenseitig einen gemacht. Und dann kam auch noch ein mega Packet aus Deutschland an. Selbst wenn ich ganz weit weg bin, muss ich nicht auf meinen heißgeliebten Adventskalender von meiner Mama verzichten. D a n k e :)
Aber auch die Mädels im Heim müssen dieses Jahr nicht auf einen verzichten!
Verena & ich haben ihnen nämlich einen gemacht. Allerdings wurden alle Mädchen in Grüppchen aufgeteilt, denn 17 Mädchen mal 24 Geschenke…puhh da wären wir ja arm geworden. Aber durch die Grüppchen ist das ganze für sie viel spannender:) Wir werden morgens nicht mehr mit den Worten “Buenos dias, como estan“ [Guten Morgen, wie geht’s euch?] , sondern mit „Quien abre hoy?“ [Wer macht heute auf?] begrüßt.
Der Adventskalender ist für die Mädchen was ganz neues…sowas gibt es hier in Panamá nicht…ihr hättet ihre Augen sehen sollen, als wir ihnen IHREN Kalender gezeigt haben:)

Jeden Sonntag kommt jedoch kein Geschenk im Materiellen Sinne raus, sondern kleine Aktivitäten:)
So hatten wir am 1. Sonntag -> Dia del modelaje [Tag des Modelns]
Anfangs war es ein totales Chaos. Eigentlich hätte ich ja damit rechnen können—17 Mädchen auf einem Haufen, klar das es da Zickenkrieg gibt!

„Bähh ich will nicht mit der in einer Gruppe sein“
„ich hab keine Lust“
„ich hab nichts zu anziehen“

Aber nach 7 Stunden zicken und diskutieren haben sie es dann doch auf die Reihe gekriegt, GEMEINSAM etwas auf die Beine zu stellen:) Ich war echt stolz, dass sie es noch durchgezogen haben…gemeinsam.
Es war soo lustig, was dabei rausgekommen ist…

Da hätten wir einmal links & rechts FREAKY und in der Mitte STRANDLOOK

aber am coolsten war natürlich die deutsche Jury.

Ich habe schon alleine vom Treppe runter laufen geschwitzt :D ...

Am 2. Sonntag war -> Dia del cine [Kino Tag]
Das Kino hat bei uns im Zimmer stattgefunden…Und somit war Gruppenkuscheln angesagt;) und wisst ihr was? Der Tag ist komplett ohne Zickenkrieg verlaufen. Juhuuu:)

Und gestern war -> Dia de galletas [Tag der Keckse- Plätzchenbacken]
Das hat echt Spaß gemacht. Nicht nur mir, sondern auch den Kindern:) Naja einige der großen Mädchen haben sich zu cool gefühlt…Aber so war die Wahrscheinlichkeit geringer, das es zu Zickereien kommt:) Und trotz salziger Butter sind die Kekse 1 A geworden!

Tja dieses Jahr mussten die Mädchen weder auf einen Adventskalender, noch auf Weihnachtsplätzchen verzichten.
Und wisst ihr, auf was sie auch nicht verzichten mussten?
Auf den Nikolaus!
Wir haben ihnen erzählt, dass sie in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember alle ihre Schuhe geputz rausstellen sollen, da der Nikolaus kommt. Auf die Frage hin, warum er die letzten Jahre nicht gekommen ist, (in Panamá oder hier in der Einrichtung, ist das nämlich nicht bekannt) haben wir ihnen erzählt, dass er in Deutschland jedes Jahr kommt & dadurch, dass Verena und ich uns in Panamá befinden, kommt er extra mit seinem Schlitten zu uns gedüst…und wenn er dann auch noch gaaanz viele andere Schuhe draußen sieht, tut er da bestimmt auch noch etwas rein.
Die großen Kinder haben drüber gelächelt…
Aber die Kleinen waren total begeistert. Eine hat sogar einen Brief an den Nikolaus geschrieben, da sie wissen wollte wie er von A nach B kommt.
Und so waren nachts zwei kleine Deutsche Nikolaus Mädels unterwegs und haben die Schühchen gefüllt…ganz sexy im Schlafanzug und mit wuscheligen Haaren.

Und ich war tatsächlich brav, weil in meinem Schuh war auch etwas drin ;) höhöhö

So und jetzt heißt es noch 1 Mal schlafen bis Papa & Bine kommen (ich kanns kaum erwarten und zähle schon die Stunden:))

Und noch 5 Mal schlafen, bis das Christkindle kommt…
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PS: Es sind schon meeega viele Briefe und Karten angekomme. Also ich hatte jetzt grad einen kleinen Gedankensprung zu unserem Rätsel:)
Der Briefträger hat geguckt wie ein Bus, als er uns den Stapel übergeben hat. Wir haben nämlich alle auf einmal bekomme.
& ja einige liegen leicht daneben;)…

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Muttertag

Zitat

Jedes Jahr- am 8. Dezember- ist in Panama Muttertag.
In den Schulen werden so ziemlich in jedem Fach Muttertagskarten gebastelt und wie soll es auch anders sein, ist heute ein Feiertag.

Da ich gerade in Panamá lebe, ist für meine Mama heute auch Muttertag…
kommt jetzt vielleicht bisschen überraschend, Mama:)

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Feliz dia de la madre!

Du bist einfach i m m e r  für mich da. Egal ob ich dir im guten alten Althensgett auf den Keks gehe oder ich hier in Panamá bin und dich in skype zu tode schwätz´:)

Danke für alles! Deine Unterstützung, dein Liebe und deine Art.
Du bist einfach  t o l l & für mich die beste Mama der Welt.

Te quiero mucho & te mando  1.000.000 besitos
eres alquien muy especial

 

Einmal zurück in den November, bitte

Wie kann ich es entschuldigen, dass ich so lange nicht hier rein geschrieben habe?
“Ich hatte eine Schreibblockade“? Ja, das kommt gut!
Tja, durch meine Schreibblockade hab ich einiges aufzuholen…auch wenn ihr heute schon das 5. Päckchen aufgemacht habt, zieh ich euch noch einmal zurück in den November:)
Der November ist in Panama nämlich von ganz großer Bedeutung! Er besteht zu 50% nur aus Feiertagen und das heißt für die Panameños feiern- trinken- frei !
Ohh yesss, wem gefällt das nicht?:)

Da hätten wir den…

3. November: Tag der Trennung von Kolumbien
4. November: Tag der Flagge
5. November: Tag der Unabhängigkeit von Kolumbien
10. November: 1. Ausruf zur Unabhängigkeit von Spanien
28. November: Tag der Unabhängigkeit von Spanien

Dann kommt noch dazu, dass in Panama gerade eine Metro gebaut und somit ab und zu in verschiedenen Stadtteilen das Wasser abgedreht wird. Dadurch fällt dann die Schule aus. Schließlich kann man ohne Wasser nicht trinken, aufs Klo gehen, kochen,…
Das coole an der ganzen Sache war, dass wir trotz Radioankündigung, dass in el Chorrillo der Hahn abgedreht wird, Wasser hatten & wie gewohnt unsere Zähnchen putzen konnten. Schule hat trotzdem nicht stattgefunden. Das Spielchen gab es 2 Mal und es hat mir gefallen, weil ich / wir die Gewinner waren;)

So und dadurch, dass die Feiertage natürlich nicht auf ein Wochenende fallen und es dann auch noch 2 Mal „kein Wasser“ gab, hatte ich ja nur…

lasst mich kurz rechnen  – - – - – - – -ohh ich hatte ja noch Ferien – - – -

= …hatte ja nur 12 Tage Schule…:D das war mir ja gar nicht bewusst. Was man nicht alles raus findet, wenn man einmal kurz zurück in November geht.

Jetzt aber zu den Feiertagen!
Wie ich schon geschrieben habe, werden die Feiertage hier gaaanz groß gefeiert. Wenn man raus auf die Straßen geschaut hat, hat man in ein Meer von Panamá Flaggen geblickt. Alles war schön hübsch geschmückt und die Panameños haben  desfiles (Umzüge) veranstaltet. Solche Umzüge habt ihr noch nicht gesehen! Wir sind morgens um 10 Uhr zu einem gegangen und ich war nur mit gucken beschäftigt! Kommt ja schließlich nicht so oft vor, dass ich als Zuschauer am Straßenrand stehe:) Der Umzug bestand aus Schulklassen verschiedener Schulen, welche in ihren Uniformen gelaufen sind, Guggenmusiken und Pollera Tänzerinnen.

Das mag sich jetzt teilweise vielleicht langweilig anhören, aber es war alles andere als das. Ihr glaubt gar nicht wie viel man an jeder einzelnen Schuluniform auszusetzen hat :D - Hässliche Farbe…
– Komischer Schnitt…
- „Oh die Bluse ist ja durchsich
tig“
- Guck mal die- die bräuchte einen längere
n Rock
– und, „oh schau mal der… “

Es konnte mir also gar nicht langweilig werden, schon gar nicht beim Hören der Guggenmusiken. Alter Schwede die sind sooo unglaublich gut! Da kann sich so manch eine Deutsche eine Scheibe von abschneiden.
Zum einen spielen sie verdammt gut und zum anderen wedeln die Trommler ihr Schläger wie verrückt in der Luft oder schmeißen ihr Trommeln in der Gegend rum.
Einfach mega cool:)

Aber einen in der Gegend rumrutschenden und sich in Pfützen wälzenden Sauhaufen, hat natürlich gefehlt- der wäre das i-Tüpfelchen gewesen:)
Vor lauter gucken und lästern verging die Zeit wie im Flug…ich war so fasziniert, dass ich gar nicht so recht mitbekommen habe, dass es mittlerweile schon 5 Uhr geworden war -> 7 Stunden Umzug. Unglaublich :)
Ein weiterer Umzug ging durch die Straßen von el Chorillo…er war im Prinzip das gleiche in Grün…es gab aber trotzdem immer wieder neue Uniformen zu entdecken, die darauf gewartet haben von mir beurteilt zu werden.
Das Tolle an diesem Umzug war, dass ich am Straßenrand stand – mitten in el Chorillo- zwischen all den Bewohnern und ich einfach keine Angst haben musste. Gut hab ich ja sonst auch nicht. Aber ich wusste, wenn ich Angst hätte, bräuchte ich zu dem Zeitpunkt keine haben:D Hätten wir das auch geklärt.

"Kratzeisverkäufer" während dem Umzug in el Chorrillo:) Mhhh...

Das war der erste Teil an Umzügen, die ich sehen dufte und in der  Karnevalszeit warten noch weitere darauf, von meinen Äuglein gesehen zu werden. Ich freue mich schon darauf…mal eine etwas andere „Fasnet“ kennen zu lernen :)

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So und jetzt mach ich einen Sprung vom November in Dezember und zwar zu dem Tag, an dem das erste Päckchen des Adventskalenders dran war:)
Da war nämlich „el día de los maestros“ (Tag der Lehrer). Na schnackelt da was?
Ich habe damals in meinem Eintrag geschrieben, dass der Tag der Lehrer, das gleiche in Grün sei, wie der Tag der Schüler.
Ist im Prinzip auch fast so gewesen:) die Schüler haben Lieder vorgesungen & Tänze aufgeführt.
[Eine kurze Anmerkung zu de Tänzen: Da waren „die sexy Ladies“ ja noch richtig harmlos dagegen. Ich wusste nicht, dass 5. Klässer sich sooo bewegen können. Nicht nur ich, sondern auch die anderen Lehrer waren entsetzt. Und das will was heißen;) Der Tanz wurde als "Skandal" bezeichnet :O]
Ein Unterschied zum „Tag der Schüler“: Am Tag darauf war Schulfrei!!  (So ein Zufall, schon wieder keine Schule) Alle Lehrer haben ihre Schwimmsachen eingepackt und dann ging’s ab zu einem Strandhaus am Meer.
Mit gaaanz viel Essen, Guter Laune und Sonne! – Ich bin nicht einmal rot geworden:)

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So jetzt fällt mir irgendwie kein guter Schlusssatz ein. Meine Schreibblockade scheint sich wieder bemerkbar zu machen.
Stellt euch einfach vor, dass der Satz von oben „Das war der erste Teil an Umzügen, bla bla bla…. “ hier am Ende steht und alle sind Glücklich und Zufrieden:)

Küsschen :-*

Mal eben kurz vorbeigeschneit ***

Anfang November sind Edi und Stephanie, 2 der Vorstandsmitglieder meiner Organisation, mal eben in Panamá vorbeigeschneit um nach dem Rechten zu sehen. Ob Verena und ich uns anständig verhalten und lieb und nett zu den Kindern, den Padres, den Schwestern und Lehrern sind:)
Noch dazu waren sie hier, um zu sehen wie unser Tagesablauf ist, wie es ist, als Freiwillige in el Chorrillo zu leben und wie es in der Schule und im Heim läuft. Kurz gefasst:  Wie unser Leben hier ist.
Dadurch, dass wir die ersten Freiwilligen hier vor Ort sind, wusste niemand ob alles funktionieren würde. Verena und ich sind praktisch „blind“ nach Panama gegangen, nur mit dem Wissen, in der Schule zu arbeiten und uns nicht frei bewegen zu können.

Das Problem mit dem „frei bewegen“ haben Verena & ich ganz gut gemeistert. [ich bin stolz auf uns:)]
Wie ich es auch schon mal geschrieben habe, ist es kein Problem mit dem Taxi raus in die Stadt zu fahren. Wir haben sogar unseren Standart Smalltalk, den wir meistens mit dem lieben Herr Taxifahrer führen, um nicht als doofe Touris abgestempelt zu werden. Sonst müssten wir nämlich mehr zahlen;)
Das zweite Wissen, mit dem wir uns auf die Reise nach Panamá gemacht haben war, dass wir in der Schule arbeiten werden.
Wie ich auch schon mal geschrieben habe, begleite ich die eigentliche Englisch Lehrerin „Jenny“ in ihrem Unterricht. Auch wenn ich hier schon mal alleine unterrichtet habe, bin ich momentan froh darüber, dass ich nicht ständig alleine unterrichte.
Manchmal bin ich  einfach nur entsetzt.  Die Klassen haben es nämlich in sich und sind komplett anders als in Deutschland. Das könnt ihr euch kaum vorstellen. Es ist nicht leicht sie ruhig zu kriegen und alleine habe da gar keine Chance.
- Fange spielen,      Geheule      und Prügeleien
liegen an der Tagesordnung. Und wenn es nur bei einer Prügelei am Tag bleibt, bin ich schon „glücklich“. Die Kinder scheinen es wohl einfach nicht anders von zu Hause zu kennen und das finde ich mega erschreckend. Und über die Methoden der Lehrer, die jeweiligen Schüler ruhig zu kriegen, will ich gar nicht erst sprechen. Nur so viel, dass Kniebeugen mit dem Gesicht zur Wand (als Strafe) und lang gezogene Ohren, an der Tagesordnung liegen…und das war erst der Anfang…
Schon im Kindergarten bekommen die Kinder beigebracht, durch harte Worte und Klapse auf die Hand oder Po, Respekt vor den Erziehern und zukünftigen Lehrern zu haben. Wie soll ich es also schaffen, dass sie Respekt vor mir haben?

ein kleiner Teil meiüner (Teufelchen) Schüler.

ein kleiner Teil meiner (Teufelchen) Schüler - so ein aufgeweckter Haufen

Als ich alleine unterrichtet habe, war es unmöglich meinen Unterrichtsstoff alleine durchzukriegen. Wenn jedoch die jeweilige Klassenlehrerin mit im Raum war, waren die Schüler wie ausgewechselt und mucks mäuschen still. Ich weiß nicht genau, ob ich wissen will, warum die Schüler solch einen Respekt vor ihrer Klassenlehrerin haben.
Alleine habe ich jedoch keine Chance- und das ist frustrierend. Dadurch habe ich mich schon oft gefragt, was ich hier eigentlich mache? Gut, ich habe damit angefangen mit den Kindern Lieder zu singen, Unterrichtsvorschläge einzubringen und die Tafelaufschriebe & alle Tests auf den Computer zu schreiben, damit die 1 & 2 Klassen nicht ständig abschreiben müssen. Aber soll das alles sein?

Doch Edi und Stephanie haben mir jetzt gezeigt, dass meine Hauptaufgabe nicht darin besteht Veränderungen in der Schule zu bewirken, sondern dass es das Wichtigste ist, dass ich DA bin.
Verena & ich geben den Heimkindern einen Ort, an dem sie sich zurückziehen können. Auch wenn es sich dadurch um mein Bett handelt und sie mit ihren Stinkefüßen auf meinem Kopfkissen rumtrampeln;) Ich weiß mittlerweile aus was für Verhältnissen die Kinder kommen und dass einige von ihnen gar keine Eltern mehr haben…
Dadurch kann ich deren Verhalten oftmals besser nachvollziehen. Wobei ungefragt an mein Schminkzeug dürfen sie trotz allem nicht gehen. Sie müssen lernen zu fragen, wenn sie was wollen! Egal um was es sich handelt. Manchmal fehlt es den Mädels einfach an Erziehung und das versuchen Verena und ich ein bisschen hin zu kriegen:)
Edi und Stfanie haben mir durch ihre Beobachtungen gezeigt, worin meine Hauptaufgabe besteht: Und zwar für die Heimkinder da zu sein.

Gracias:)

Doch durch ihren Besuch hat sich auch etwas in der Schule verändert. Verena und ich werden jetzt mehr in die Unterrichtsvorbeieitung mit einbezogen und halten jede Woche einen kleinen Vortrag bwz eine “Reading-Einheit” über unser heiß geliebtes Zuhause…Alemania:)
Es ist unglaublich wie neugierig die Kinder auf Deutschland sind. Wenn ich alleine nur das Wort in den Mund nehme, habe ich im Hand umdrehen die Aufmerksamkeit aller Schüler. Vielleicht ist das der Trick, den ich anwenden muss, um irgendwann alleine ohne einen weiteren Lehrer im Raum, vor der Klasse zu stehen? Denn es gibt für die Kinder nichts spannenderes als über Schnee und mein Auto zu reden:)
Mal schauen ob das was wird…
Die Kinder sind zwar im Unterricht die reinsten Teufel….doch wenn sie wirklich Interesse haben und wenn vor allem die Schule vorbei ist, verwandeln sie sich im Handumdrehen in kleine Engelchen:)

So jetzt seit ihr mit dem Lesen fast am Ende, aber ich habe noch etwas für euch:)
Verena und ich haben nämlich eine supertolle Idee, die wir unseren Familien daheim zu verdanken haben. Dadurch dass Edi & Stephanie gekommen sind, wurde nämlich der größte Teil deren Gepäcks, zu unserem umfunktioniert. Und schwups hatten wir plötzlich ne geballte Ladung Deutscher Süßigkeiten (Ich bleibe trotzdem rank & schlank :D ) und kleiner Geschenke vor uns liegen. Nicht zu vergessen das waschechte “G’selz”:)
Es war wie Weihnachten, nur eben im November. D a n k e !!
So, aber was habt ihr jetzt davon, wenn ich in Panamá sitze und Rittersport Schockolade & Gummibärchen nasch’?
Ganz einfach…

Wie viele Rittersport Tafeln findet ihr auf dem Bild?
Wer es weiß schickt bitte eine Postkarte an folgende Adresse:

Inez y Verena
Calle 26 Oeste El Chorrillo
Parroquia Nuestra Señora de Fatima
Apartado 0843-03196
Panama

Unter allen Teilnehmern werden wir einen Gewinner losen:) und DIESER Gewinner bekommt ein wasch echtes Überraschungspacket frisch aus Panamá.
Einsendeschluss ist Weihnachten! vielleicht auch noch Silvester…man weiß ja nie, wie lange die Post braucht.
Viel Glück;)

PS: E-Mails zählen nicht;) wir wollen Briefmarken!

Verkehrte Welt :)

Tja, eigentlich sollte dieser Blogeintrag schon am 27. Oktober erscheinen. Was soll man aber machen, wenn man kein Internet hat? Genau, Däumchen drehen & warten bis es wieder funktioniert:)

Am 27. Oktober war in ganz Panama „el dia de los estudiantes“ („Tag der Schüler“).
Das ist soo cool!
Man kann sich darunter eine verkehrte Welt vorstellen, in welcher die Schüler in die Stapfen der Lehrer treten und die Lehrer sich in Schuluniformen zwängen und mit Zöpfchen und Turnschuhen in die Schule marschieren:)

Ich hatte jedoch keine Uniform, dabei hätte ich soo gern einmal in meinem Leben einen karierten, knielangen Rock mit Socken und Ballerinas getragen:) Aber in die Uniformen der Mädels aus dem Heim, hat vielleicht gerade Mal mein linkes Bein reingepasst [die essen & essen und nehmen einfach nicht zu -.- Gemeinheit!].
Um für die jeweiligen Lehrer einen „Vertreter“ zu finden, wurden aus einem Lostopf die Namen der Viert -und Fünftklässer gezogen und so standen die „Lehrer“ für diesen Tag fest.
Schon morgens um 6.00 Uhr kamen einige Mädchen aus dem Heim in mein Zimmer gestürmt und wollten von mir geschminkt werden, da sie an ihrer jeweiligen Schule zum Beispiel die Rolle der Direktorin übernommen haben. Dazu haben sich die Mädchen in Kostüme und teilweise hohe Schuhe und die Jungs in Anzüge und Krawatte gesteckt. Jetzt kommt wieder mein Standart Spruch: „Die sahen alle soooo süß aus!“ war aber auch so!
Man muss sich das an diesem Tag so vorstellen.
„Die Lehrer“:  Schüler der 4/5 Klasser
„Schüler“:      Die Lehrer & übrigen Schüler der 1/2/3 Klasse
Alles war an diesem Tag in den Händen der Schüler und so wurde auch die morgendliche Sing- und Gebetsrunde von den Schülern gestaltet. Anschließend sind alle in ihre Klassenzimmer gegangen und haben 2 Stunden Unterricht gemacht. Und wer hatte dort das sagen? -> verkehrte Welt :)
Wie ich auch schon oben erwähnt habe, wurden die Stellen der Direktoren oder auch der Padres vergeben. Was ich daran so toll fand, war dass sie nicht nur ihre „Stelle“ hergegeben haben, sondern auch gleich ihr ganzen Büro! Wahrscheinlich haben sie einfach gedacht „wenn es schon der Tag der Schüler ist, klink ich mich komplett aus und lass das Chaos deren Sorge sein“ ;)
Die Schüler haben das aber ganz gut und auch extrem witzig gemeistert. So ist z.B ab und zu die  „Rektorin“ in die Klassen gekommen (ein kleines Mädchen, dass mir gerade mal bis zur Hüfte reicht) und hat den Schülern gedroht, ihnen die Ohren abzuschneiden, wenn sie sich nicht anständig benehmen :D
Nach den 2 Stunden Unterricht haben sich Schüler-Schüler; Schüler-Lehrer und Lehrer-Schüler (ach ist das Kompliziert-> einfach alle:)), in einem großen Saal versammelt.  Nun war es die Aufgabe der ECHTEN Lehrer, die Schüler zu unterhalten!
So was doofes aber auch, dass ich auch eine Lehrerin bin :D Es gab verschiedene Programmpunkte. Zum Beispiel der Beginn meiner Modelkarriere;)
Wir haben nämlich eine Modenschau vorgeführt…

:D

Ähm ja- :)

…die war extrem lustig. Man konnte sich selbst aussuchen, was man anziehen will. Egal ob Strand-Look, sportlich, Abendmode, oder Cowboy Style …alles war dabei. So haben die Schüler die Lehrer mal ganz anders zu Gesicht bekommen und sind fast ausgetickt sobald man den Laufsteg betreten hat. Schwer vorstellbar aber mega witzig :)
Mhhhh was hatte wohl die Inez an? Einmal raten müsste ausreichen….
-> natürlich ein Kleidchen und hohe Schuhe :D Als zukünftiges Model muss ich kleiner Zwerg doch groß erscheinen! Ist doch logisch…
Ich hatte so Angst vor versammelter Mannschaft auf die Nase zu fliegen! Es ist aber zum Glück alles glatt gelaufen…und ich hatte mich (noch) nicht blamiert gehabt.
Der schlimme Teil kommt nämlich erst noch. Ich war nämlich zusätzlich noch in der Tanzgruppe der „Sexy Ladies“ eingeteilt. Wir sind uns bestimmt einig, dass der Name schon mehr sagt, als 1000 Worte, oder?
In Deutschland hätte ich mich mit Händen und Füßen gewehrt, da mit zu tanzen. Aber hier habe ich das ganze ein bisschen lockerer gesehen. Ich werde nämlich keine Bilder online Stellen:D  (Mama & Papa – keine Sorgen ich war nicht freizügig angezogen)
(Bilder gibts bald unter verenainpanama.blogspot.com :) )
Ich vergesse einfach wieder dass der 5 Minütige Tanz aus nur 3 verschieden Tanzschritten und ganz viel Popowackeln bestand. Einfacher und peinlicher geht’s gar nicht. Und doch haben wir es geschafft zu 100% nicht synchron zu sein ….so und jetzt Themawechsel.

Das Wetter heute ist echt schön oder? 

Neben der Modenschau und dem Auftritt der „Sexy Ladies“, haben einige Lehrerinnen den typisch Panamaischen Folklore Tanz aufgeführt. Da es aber an unserer Schule nicht sonderlich viel Männliche Lehrer gibt (um genau zu sein gibt es gerade mal 3;)) haben sie mit Schülern getanzt. Des Weiteren gab es noch Clowns, ein Puppentheater oder einen Sketch den ich leider nicht verstanden habe…:(

Ich finde es toll, dass es hier so einen Tag gibt. Er war einfach total schön gestaltet, war der Beginn meiner Modelkarriere und zugleicht eine mortz Blamage. Aber den Kindern hat es gefallen & sie hatten einen riesen Spaß. Und das ist die Hauptsache <3

So liebes Deutschland: Ich bin dafür, dass so was bei uns auch eingeführt wird.
-Ein Tag zu Ehren der Schüler.
-Ein Tag, an dem sie mal das Sagen haben.
-Ein Tag ohne wirklichen Unterricht.
-& ein Tag, an dem sich Lehrer zum Affen machen.

Und keine Sorge…im Dezember gibt es das gleiche in Grün für die Lehrer.

Ps: Unser Klo war verstopft. Ich finde das eine sehr wichtige Information und wollte sie euch einfach, mal mitteilen:)